Discussion:
was darf's sein - Doktor - oder - Professor - ?
(zu alt für eine Antwort)
Jens Kallup
2020-12-17 12:33:24 UTC
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Hallo Freunde, Studierende, angehende Mückhäner,

ich habe hier im Internet eine einfache und billigere
Lösung zur Erlangung eines Doktors, oder Professor's
Titel gefunden.

- keine Lehrbücher mehr bezahlen,
- keine Stunde Party zu kurz,
- keine Schmerzmittelausgaben - wegen stundenlanges
Zwischenjoben und Lernen,
- alles "fast" gratis.

Überweisen Sie mir den doppelten Betrag des jeweiligen
Titel's, und Sie erhalten entweder:

- für 50,- Euro einen Doktor [1], oder
- für 100,- Euro einen Professor Titel [1]

[1] Bitte kleingedrucktes Lesen!!! :
Alle Titel tragen den Zusatz "habil".
Also Doktor/Professor aus Ehrenamt.

Dafür müssen Sie aber jeden Sonntag von 10 - bis 11 Uhr
in Ihre ansässige Kirche gehen.

Mein Tipp: (Bitte frankierten Briefumschlag wegen diesen
Tipps beifügen nicht vergessen!!!)
Augsburg müsste auch eine Kirche haben.
Dort müsste dann auch WM anzutreffen sein, und Sie können
dann palabern über Gott und die Welt - fernab von Mathe -
und dann anschließend wie Gott in Frankreich köstigen.
Vielleicht gibt es ja auch einen Melissen Klöstergeist als
Nachtisch.
Ihr wisst doch: "Wenn' hinten zwisck, und vorne kneift,
nehmt nen Schluck Melissen Klostergeist.".

Allzeit bereit, immer bereit ...
Oder für die jüngeren Bundeswehrangehörigen:
Jaaaawohlllll, ich hab gedient.

Gruß, Jens

P.S: Bitte nicht lachen, es ist Karneval !!! :-)
Klaus Pommerening
2020-12-17 15:26:11 UTC
Permalink
Post by Jens Kallup
...
Alle Titel tragen den Zusatz "habil".
Also Doktor/Professor aus Ehrenamt.
Was du meinst, ist der Zusatz "h.c." (= honoris causa)
beim Doktortitel und das Präfix "Honorar-" beim Professor [*].
Diese Titel werden gerne an Personen verliehen, die sich
bedeutende Verdienste um die jeweilige Universität zuschulden
haben kommen lassen, auch monetärer Natur.

Der Zusatz "habil." bedeutet hingegen bei einer (echten!) Doktorin,
dass sie die Qualifikation für eine Professur (= Habilitation) erworben
hat (und das ist harte wissenschaftliche Arbeit!), aber bisher
keine Professorenstelle ergattern konnte.

Dann gibt es noch den apl. (= außerplanmäßigen) Professor, der
als reiner Titel, ohne zugehörige Professorenstelle, verliehen
wird, aber auch nur bei nachgewiesener Qualifikation. Das kommt fast
nur bei Medizinern vor, wenn habilitierte Oberärzte die Uniklinik
verlassen, um Chefärztin an einem Kreisklinikum o. ä. zu werden.

[*] Alle männlichen oder weiblichen Personenbezeichnungen sind
generisch zu verstehen, können also auch Personen anderer
Geschlechter bedeuten.
--
Klaus Pommerening
Im allgemeinen werden die Bewohner Göttingens eingeteilt in Studenten,
Professoren, Philister und Vieh; welche vier Stände doch nichts weniger
als streng geschieden sind. (Heinrich Heine)
Jens Kallup
2020-12-17 16:44:12 UTC
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ja, das ist richtig.
Ich war nur erfreut, das es den DoktorInn/
ProfessorInn Title im Internet für 50, 100
Euro zu erwerben gibt.

Als kleingedrucktes Stand da auch dabei, das
dieser Titel in Verbindung einer kirchlichen
amerikanischen Einrichtung, so als "Ehrenamt"
also jemanden, der der Kirche gutes getan hat
in Form einer Spende, einen Titel erwerben
kann.

Das man diesen Schein auch sich selbst drucken
kann, ist dieser natürlich auch eher in Richtung
tägliche Reinigungsmittel zu verwenden/verwendet
werden kann.

Ob das nun rechtlich nun 100% Ok ist, mag ich
nicht zu beurteilen.
Eins weiß ich aber:
Für nen DoktorInn Titel ist ein/zwei Doktor-
arbeit(en) notwendig.
Heute würde man dieses als Bachelor oder Hoch
Professionell Master.

Mir ist auch der Titel Facility Manager ein
Begriff, der auch gebraucht wird.

Jens
Uwe Weber
2021-01-13 16:22:43 UTC
Permalink
Post by Klaus Pommerening
Der Zusatz "habil." bedeutet hingegen bei einer (echten!) Doktorin,
dass sie die Qualifikation für eine Professur (= Habilitation) erworben
hat (und das ist harte wissenschaftliche Arbeit!), aber bisher
keine Professorenstelle ergattern konnte.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Wieso Letzteres? Den akademischen Grad Dr. *. habil. behält man
natürlich auch,
wenn man auf eine Professur berufen wird.
Post by Klaus Pommerening
Dann gibt es noch den apl. (= außerplanmäßigen) Professor, der
als reiner Titel, ohne zugehörige Professorenstelle, verliehen
wird, aber auch nur bei nachgewiesener Qualifikation. Das kommt fast
nur bei Medizinern vor, wenn habilitierte Oberärzte die Uniklinik
verlassen, um Chefärztin an einem Kreisklinikum o. ä. zu werden.
Ich glaube weniger, dass das weitgehend auf Mediziner beschränkt ist.
Mir sind an zwei sächsischen Universitäten mindestens 5 apl.
Professor(inn)en in der Mathematik bekannt. Diese sind/waren auch als
volle Mitarbeiter an den Unis angestellt, in der Regel habilitiert und
werden - z. B. bei der Mitarbeit in Uni-Gremien wie dem Senat - zur
Gruppe der Hochschullehrer gezählt. In anderen Fächern habe ich keinen
Einblick.

Meintest Du mit den Medizinern eher Honorarprofessoren? Das sind nach
meinem Verständnis Universitätsexterne, die nebenbei einen Lehrauftrag
an der Uni haben.

Viele Grüße

Uwe
Jens Kallup
2021-01-13 16:33:47 UTC
Permalink
Hallo,

hab ich vielleicht falsch aufgeschrieben.
Ich meinte Titel als Doc/Pro, die man für
Gute Taten an einer Kirche über das Netz
"erkaufen" kann, weniger vollwertige
Titel.

Jens
Klaus Pommerening
2021-01-14 07:45:57 UTC
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Post by Uwe Weber
Post by Klaus Pommerening
Der Zusatz "habil." bedeutet hingegen bei einer (echten!) Doktorin,
dass sie die Qualifikation für eine Professur (= Habilitation) erworben
hat (und das ist harte wissenschaftliche Arbeit!), aber bisher
keine Professorenstelle ergattern konnte.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Wieso Letzteres? Den akademischen Grad Dr. *. habil. behält man
natürlich auch,
wenn man auf eine Professur berufen wird.
Wir sind in Deutschland. Die Regeln sind in jedem Bundesland anders.
Im "Osten" scheint es weiter bei Professor'innen verbreitet zu sein,
den "habil." im Titel mitzuführen. Im "Westen" tun das fast nur
Ingenieure, um sich von den Kollegen abzugrenzen, die ohne
Habilitation "durch besondere Leistungen in der Berufspraxis"
zu Professoren berufen wurden.
Post by Uwe Weber
Post by Klaus Pommerening
Dann gibt es noch den apl. (= außerplanmäßigen) Professor, der
als reiner Titel, ohne zugehörige Professorenstelle, verliehen
wird, aber auch nur bei nachgewiesener Qualifikation. Das kommt fast
nur bei Medizinern vor, wenn habilitierte Oberärzte die Uniklinik
verlassen, um Chefärztin an einem Kreisklinikum o. ä. zu werden.
Ich glaube weniger, dass das weitgehend auf Mediziner beschränkt ist.
Mir sind an zwei sächsischen Universitäten mindestens 5 apl.
Professor(inn)en in der Mathematik bekannt. Diese sind/waren auch als
volle Mitarbeiter an den Unis angestellt, in der Regel habilitiert und
werden - z. B. bei der Mitarbeit in Uni-Gremien wie dem Senat - zur
Gruppe der Hochschullehrer gezählt. In anderen Fächern habe ich keinen
Einblick.
Stimmt, das kommt in allen Fächern vor: Habilitierte, die nicht auf
Professoren-, sondern auf Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter
sitzen, werden auch oft zu apl. Professor'innen ernannt.
Post by Uwe Weber
Meintest Du mit den Medizinern eher Honorarprofessoren? Das sind nach
meinem Verständnis Universitätsexterne, die nebenbei einen Lehrauftrag
an der Uni haben.
Auch das ist in jedem Bundesland anders. Aber Honorarprofessor'innen
sind eher externe, die geehrt werden sollen und (oft) pro forma einen
Lehrauftrag dazu bekommen. Apl. Professoren'innen sind eher eigene
Mitarbeiter der Universität, die (auch je nach Bundesland) beim
Verlassen der Universität den Titel automatisch oder nach einer
ausdrücklichen Genehmigung behalten. Und das kommt besonders bei
Medizinern vor, die ein besonders ausgeprägtes Statusdenken haben.
Und auch nach der Pensionierung ("Emeritierung" gibt's nicht mehr)
häbt es vom Bundesland ab, ob der "Professor" sich weiterhin so
nennen darf oder nicht.
Ist alles sehr kompliziert.
--
Klaus Pommerening
Zu fragmentarisch ist Welt und Leben! Ich will mich zum deutschen
Professor begeben, der weiß das Leben zusammenzusetzen, und er macht ein
verständlich System daraus; mit seinen Nachtmützen und Schlafrockfetzen
stopft er die Lücken des Weltenbaus. (Heinrich Heine)
Carlo XYZ
2021-01-14 12:41:18 UTC
Permalink
Post by Klaus Pommerening
Post by Uwe Weber
Post by Klaus Pommerening
Der Zusatz "habil." bedeutet hingegen bei einer (echten!) Doktorin,
dass sie die Qualifikation für eine Professur (= Habilitation) erworben
hat (und das ist harte wissenschaftliche Arbeit!), aber bisher
keine Professorenstelle ergattern konnte.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Wieso Letzteres? Den akademischen Grad Dr. *. habil. behält man
natürlich auch,
wenn man auf eine Professur berufen wird.
Wir sind in Deutschland. Die Regeln sind in jedem Bundesland anders.
Im "Osten" scheint es weiter bei Professor'innen verbreitet zu sein,
den "habil." im Titel mitzuführen.
Redest du dich nur raus oder weißt du's wirklich nicht?
Es geht nicht ums Mitführen "im Titel", sondern um den
mit einer Habilitation erworbenen Grad. Und den behält
man, ob man nun eine Professorenstelle hat oder nicht.

Außer man klaut goldene Löffel.
Post by Klaus Pommerening
Und auch nach der Pensionierung ("Emeritierung" gibt's nicht mehr)
häbt es vom Bundesland ab, ob der "Professor" sich weiterhin so
nennen darf oder nicht.
Ist alles sehr kompliziert.
Das mit dem Fortführen des Titels eigentlich nicht sehr.
Es hängt im Wesentlichen von der Anzahl der Dienstjahre
ab, und davon, ob es sich um eine staatliche oder eine
private Hochschule handelt. Siehe auch

<https://www.academics.de/ratgeber/professor-im-ruhestand-emeritiert-pension#subnav_darf_der_professorentitel_auch_im_ruhestand_weitergefuehrt_werden>
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