Discussion:
Festkolloquium zur Verleihung des Kurt Gödel Preises am 6.2.2021 um 18 Uhr: Unity Without Reductionism: A Progression
(zu alt für eine Antwort)
Franz Bockelson
2021-01-03 13:55:38 UTC
Permalink
Zusammen mit dem Kurt Gödel Freundeskreis veranstaltet das IZWT an der Universität Wuppertal am 6.1.2021 um 18 Uhr via Internet ein Festkolloquium zur Verleihung des Kurt Gödel Preises 2019: https://www.kurtgoedel.de
Jesse Mulder erhielt den ersten Preis und wird aus diesem Anlass einen Vortrag in Englisch halten:
Unity Without Reductionism: A Progression
Einer der Kerngedanken des Reduktionismus ist das Ideal der Einheit, eines einheitlichen, umfassenden Verständnisses der Wirklichkeit. Und obwohl es prinzipiell nicht notwendig ist, dies zu tun, indem man die Physik als Grundlage wählt, ist es eine natürliche Wahl: Alles, was wir empirisch untersuchen können, besteht aus physikalischem Material, physikalischen Ereignissen oder physikalischen Kräften oder bezieht diese anderweitig mit ein. Aus dieser physikalisch-reduktionistischen Perspektive kommt die Behauptung, dass das eine oder andere Phänomen nicht (in irgendeinem informativen Sinne) auf die physikalische Ebene reduziert werden kann, einer Aufgabe des Einheitsideals gleiche: Das hinterließe uns unbefriedigende Formen des Dualismus oder Pluralismus.
Ich werde argumentieren, dass der Reduktionist Recht hat: Einheit ist letztlich entscheidend.
Der Fehler der Reduktionistin liegt nicht in ihrem Bekenntnis zur Einheit, sondern vielmehr in ihrer Annahme, dass dazu eine Ebene - paradigmatisch die physische - als einzige metaphysisch fundamentale Ebene herausgestellt werden muss. Und so können wir sagen, dass auch der Pluralist Recht hat: Die Vielfalt der Naturphänomene, die sich in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Disziplinen widerspiegelt, lässt sich am besten als eine metaphysisch echte Pluralität verstehen. Der Irrtum des Pluralisten liegt nicht in der Anerkennung dieser Pluralität, sondern vielmehr in der Annahme, dass dies die Ablehnung des Einheitsideals voraussetzt.
Abschließend skizziere ich eine Synthese von Einheit und Pluralismus: Einheit ohne Reduktionismus.

Die Veranstaltung wird von der Universität Wuppertal hier in Englisch angekündigt:
https://www.izwt.uni-wuppertal.de/fileadmin/izwt/Kolloquium/WS_20-21/2KORREKTUR2021-01-06_MULDER__Jesse_M.__Utrecht___KOLL_18_Uhr_ZOOM_Vortrag__1_.pdf

Franz Bockelson
Mostowski Collapse
2021-01-03 16:08:23 UTC
Permalink
Ha Ha, als "Mathematiker verkleideter Philosophen". Das trifft
wohl das Kernproblem von diesem Gödel Missbrauch...

LoL
Post by Franz Bockelson
Zusammen mit dem Kurt Gödel Freundeskreis veranstaltet das IZWT an der Universität Wuppertal am 6.1.2021 um 18 Uhr via Internet ein Festkolloquium zur Verleihung des Kurt Gödel Preises 2019: https://www.kurtgoedel.de
Unity Without Reductionism: A Progression
Einer der Kerngedanken des Reduktionismus ist das Ideal der Einheit, eines einheitlichen, umfassenden Verständnisses der Wirklichkeit. Und obwohl es prinzipiell nicht notwendig ist, dies zu tun, indem man die Physik als Grundlage wählt, ist es eine natürliche Wahl: Alles, was wir empirisch untersuchen können, besteht aus physikalischem Material, physikalischen Ereignissen oder physikalischen Kräften oder bezieht diese anderweitig mit ein. Aus dieser physikalisch-reduktionistischen Perspektive kommt die Behauptung, dass das eine oder andere Phänomen nicht (in irgendeinem informativen Sinne) auf die physikalische Ebene reduziert werden kann, einer Aufgabe des Einheitsideals gleiche: Das hinterließe uns unbefriedigende Formen des Dualismus oder Pluralismus.
Ich werde argumentieren, dass der Reduktionist Recht hat: Einheit ist letztlich entscheidend.
Der Fehler der Reduktionistin liegt nicht in ihrem Bekenntnis zur Einheit, sondern vielmehr in ihrer Annahme, dass dazu eine Ebene - paradigmatisch die physische - als einzige metaphysisch fundamentale Ebene herausgestellt werden muss. Und so können wir sagen, dass auch der Pluralist Recht hat: Die Vielfalt der Naturphänomene, die sich in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Disziplinen widerspiegelt, lässt sich am besten als eine metaphysisch echte Pluralität verstehen. Der Irrtum des Pluralisten liegt nicht in der Anerkennung dieser Pluralität, sondern vielmehr in der Annahme, dass dies die Ablehnung des Einheitsideals voraussetzt.
Abschließend skizziere ich eine Synthese von Einheit und Pluralismus: Einheit ohne Reduktionismus.
https://www.izwt.uni-wuppertal.de/fileadmin/izwt/Kolloquium/WS_20-21/2KORREKTUR2021-01-06_MULDER__Jesse_M.__Utrecht___KOLL_18_Uhr_ZOOM_Vortrag__1_.pdf
Franz Bockelson
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